3.1 Mobiles Straßenüberlastungssystem
Das mobile Straßenüberlastungskontrollsystem ist eine wichtige Komponente des intelligenten Informationssystems für das Überlastungsmanagement. Es konzentriert sich auf mobile, temporäre und flexible Überwachungsszenarien und stellt eine effektive Ergänzung zur quellenbasierten Kontrolle und zu stationären Straßenüberlastungskontrollstationen dar.
Durch den Einsatz mobiler Waagen, mobiler Kontrolleinheiten und Echtzeit-Datenübertragungstechnologien ermöglicht das System die Fahrzeugverwiegung vor Ort, die sofortige Entscheidungsfindung bei Kontrollmaßnahmen und die synchronisierte Datenintegration mit der zentralen Managementplattform. So wird sichergestellt, dass Überlastungsschutzmaßnahmen schnell und bedarfsgerecht umgesetzt werden können.
3.1.1 Anwendungsbereich und Ziele
Das mobile System zur Überwachung von Straßenüberladung ist für Fahrzeuge konzipiert, die nicht an der Quelle kontrolliert werden und sich außerhalb des Überwachungsbereichs fester Überladungskontrollstationen befinden. Es wird hauptsächlich auf Straßenabschnitten eingesetzt, auf denen Überladung wahrscheinlich ist, und bietet flexible, zielgerichtete und Echtzeit-Überwachungsmöglichkeiten. Das System ergänzt die festen Kontrollstationen effektiv und beseitigt regulatorische Lücken.
3.1.2 Systemzusammensetzung
Das mobile Straßenüberlastungskontrollsystem besteht im Wesentlichen aus folgenden Komponenten:
• Tragbare Achslastwaagen zur Fahrzeugverwiegung vor Ort
• Aufzeichnungsgeräte für Strafverfolgungsbehörden zur Prozessdokumentation
•Einsatzfahrzeuge für den mobilen Einsatz
• Drahtlose Kommunikationsgeräte für die Echtzeit-Datenübertragung
3.1.3 Mobiler Durchsetzungsworkflow
Auf Grundlage von Warnmeldungen des Überladungskontrollsystems oder der tatsächlichen Straßenverkehrslage errichten die örtlichen Vollzugsbeamten einen temporären Kontrollpunkt, wenn der Verdacht besteht, dass ein Fahrzeug auf einem bestimmten Straßenabschnitt überladen ist.
Am Kontrollpunkt werden mobile Achslastwaagen zur Vor-Ort-Wägung eingesetzt. Während der Inspektion werden fahrzeugbezogene Daten – darunter Gesamtgewicht, Achslast, Achskonfiguration, Kennzeicheninformationen, Fahrzeugfotos und Fahrerdaten – gemäß den systemdefinierten Verfahren erfasst und in Echtzeit an die Managementplattform übermittelt.
3.1.4 Vollstreckungsmaßnahmen, Umgang und Entsorgung
Basierend auf den Wägeergebnissen:
•Fahrzeuge, die den Vorschriften entsprechen, werden sofort freigegeben;
•Fahrzeuge mit strittigen Wiegeergebnissen werden zur Nachkontrolle an die nächstgelegene feste Überlastkontrollstelle geleitet;
•Fahrzeuge, die nachweislich überladen sind, müssen die überschüssige Ladung gemäß den Vorschriften entladen.
Das System erstellt automatisch Vollstreckungsberichte und Bußgeldbescheide. Fahrer oder Betreiber müssen die Zahlung innerhalb der vorgegebenen Frist leisten. Fahrzeuge, die nicht fristgerecht zahlen, werden in die Sperrliste des Systems aufgenommen und können weiteren Maßnahmen wie der Beschlagnahme vor Ort oder koordinierten Vollstreckungsmaßnahmen unterliegen.
3.1.5 Tragbare Achslastwaage
Geräteeigenschaften
Die tragbare Achslastwaage zeichnet sich durch eine kompakte Bauweise, ein geringes Gewicht und eine hohe mechanische Festigkeit aus und eignet sich daher für häufige mobile Einsätze und den Einsatz im Freien.
Messleistung
Die Wiegekapazität der Einzelplattform reicht je nach Spezifikation von 1 t bis 30 t.
•Die statische Wägegenauigkeit erreicht 0,1 %–0,3 % FS.
•Die Genauigkeit der dynamischen Wägemessung bei niedrigen Drehzahlen liegt bei Verwendung von Übergangsplatten innerhalb von 3 % des Messbereichsendwertes.
Das Gerät arbeitet zuverlässig in einem Umgebungstemperaturbereich von –20°C bis +80°C.
Daten- und Systemintegration
Die Wiegeeinrichtung unterstützt drahtlose Datenübertragung mit hoher Störfestigkeit. Mehrere Wiegeplattformen lassen sich flexibel kombinieren, um unterschiedlichen Achskonfigurationen gerecht zu werden. Das Gerät ermöglicht Softwareanpassungen, Online-Upgrades, die Auswahl verschiedener Achstypen und mehrsprachige Benutzeroberflächen und gewährleistet so die nahtlose Integration in die Überlastkontroll-Informationsplattform.
3.2 Mautsystem
Das Mautsystem ist ein wichtiges Teilsystem des intelligenten Informationssystems zur Überlastungssteuerung. Es bietet standardisierte und automatisierte Mautdienste für verschiedene Straßenbetriebsszenarien und unterstützt die koordinierte Steuerung des Fahrzeugverkehrs, die Gebührenerhebung und die Betriebsüberwachung.
Durch die Integration verschiedener Mauterhebungsmethoden mit elektronischer Identifizierung und Backend-Management-Plattformen verbessert das System die Effizienz der Mauterhebung, reduziert manuelle Eingriffe und gewährleistet die Genauigkeit und Transparenz der Mauterhebung und Gebührenabrechnung. Es liefert zudem zuverlässige Daten für das Verkehrsmanagement, die Fahrzeugregulierung und die operative Entscheidungsfindung.
3.2.1 Mauterhebungsarten
Das Mauterhebungssystem unterstützt mehrere Mauterhebungsmodi, um unterschiedlichen Anforderungen des Straßenbetriebs gerecht zu werden:
•Manuelle Mauterhebung, bei der die Fahrzeuge anhalten und die Zahlung in bar, per Bankkarte oder per mobilem Zahlungsmittel vornehmen müssen;
•Halbautomatische Mauterhebung, die die manuelle Kartenverarbeitung mit der elektronischen Abrechnung kombiniert;
•Vollautomatische elektronische Mauterhebung (ETC), die eine unterbrechungsfreie Mauterhebung für Fahrzeuge mit Onboard-Einheiten ermöglicht.
Die Mautberechnung kann anhand von Entfernung, Fahrzeugtyp, Zeitraum und Fahrzeuggewicht konfiguriert werden.
3.2.2 Betrieb des ETC-Systems
Einstiegsphase
Beim Einfahren eines Fahrzeugs in eine ETC-Spur stellt das Bordgerät eine Kurzstreckenkommunikation mit der Straßeninfrastruktur her. Fahrzeugidentifikationsdaten, technische Parameter und Kontodaten werden sicher verifiziert und Einfahrtsprotokolle erstellt.
Etappe entlang der Strecke
Beim Passieren der ETC-Portale werden Durchfahrtszeit und Standortinformationen automatisch erfasst und an das Backend-System übermittelt. Das System berechnet die segmentbasierten Mautgebühren gemäß vordefinierten Abrechnungsregeln.
Ausstiegsphase
An der Ausfahrt berechnet das System die Gesamtgebühr anhand der Einfahrtsdaten und der Fahrstrecke. Die Gebühr wird automatisch vom hinterlegten Zahlungskonto abgebucht. Nach erfolgreicher Abbuchung werden die Ausfahrtsinformationen erfasst und das Fahrzeug kann ohne Anhalten weiterfahren.
3.3 Integrierter Anwendungsnutzen
Durch die Integration der mobilen Überlastungsüberwachung in das Mautsystem ermöglicht die Plattform eine einheitliche Fahrzeugidentifizierung, den Datenaustausch und ein koordiniertes Management. Diese Integration verbessert die Genauigkeit der Überwachung, die betriebliche Effizienz und den Schutz der Straßeninfrastruktur und unterstützt so den Aufbau eines intelligenten und effizienten Straßenmanagementsystems.
Veröffentlichungsdatum: 23. Dezember 2025